Marion ist böse auf ihren „besten Freund“

Ich war heute wieder mit Tyger draußen. Tyger eine Deutsche Schäferhund Hündin. Buddy, die französische Bulldogge war nicht dabei. Gegen 20 Uhr ging Tyger mit ihrem Frauchen wieder nach Hause. Ich ging ein Stück mit, und blieb dann auf dem Platz vor dem Haus RGH4 stehen, weil ich mir überlegt habe nach BURGER-KING oder MC-Donalds zu fahren. Im Handy studierte ich die Gutscheine der beiden Unternehmen. Ich bemerkte nicht, dass von hinten zwei keine Mädchen kamen. Marion und ein mir nicht bekanntes Mädchen kamen von hinten. Marion meinte „Hallo“ zu mir. Ich habe nicht sofort reagiert, weil ich in den Gutscheinen vertieft war. Da kam ein weiteres „Hallo“. Ich nahm den Blick von meinem Handy, und schaute nach links zu den beiden Mädchen. Die kleine Marion sah richtig sauer aus, weil ich nicht sofort auf sie reagiert hatte. Uih, da beeilte ich mich aber, ihr noch schnell ein „Hallo“ zuzurufen.

Zum Glück kann der Ärger bei kleinen Kindern manchmal sehr schnell wieder verschwinden. Das war bei Miriam nicht anders. Sie ging auf die andere Seite des Elektrorollstuhls und drückte auf die Hupe. Natürlich wusste sie welchen Knopf sie drücken musste, denn sie hatte es schon mehrfach gemacht. Ungewöhnlich war, dass sie das machte, ohne vorher zu fragen. Das habe ich nicht so gerne. Ich sagte ihr dann, dass sie erst fragen muss. Sie rief dann ihre Mutter und fragte diese, ob sie mal hupen dürfte. Ich habe Marion erklärt, dass sie nicht ihre Mutter fragen muss, sondern mich.

Sie hat mich dann gefragt, ob sie hupen dürfte. In der Vergangenheit hatte sie meistens dreimal die Hupe betätigt. Jetzt hatte sie schon einmal gehupt, deswegen teilte ich ihr mit, dass sie noch zweimal hupen dürfte. Sie hupte trotzdem dreimal. Ich habe ihr dann gesagt, dass sie geschummelt hat, weil sie doch nur zweimal hupen durfte. Da hatte sie ihren Spaß dran.

Marion wollte, dass auch das andere Mädchen mal hupt, aber das Mädchen traute sich das nicht, und die Mutter wollte das wohl auch nicht. Marion wechselte wieder die Seite. Auf der linken Seite griff sie mal wieder meinen Unterarm und meinte, dass ich ihr bester Freund wäre. Dann lehnte sie wieder ihren Kopf an meinen Oberarm. Ihre Mutter hat sie dann gerufen, wahrscheinlich wollte sie das nicht. Marion ist für ihr Alter ein etwas ungewöhnliches Kind. Sie hört nicht sofort auf die Eltern und diskutiert sehr gerne mit denen. Für das Alter ist das ungewöhnlich.

Als die Mutter sie rief, ging Marion aber nicht gleich zu der Mutter, sondern sie erklärte ihr, dass sie doch bei ihrem „besten Freund“ wäre. Dann griff sie wieder meinen Unterarm, und sie lehnte sie wieder mit ihrem Kopf gegen meinen Oberarm.

Auch wenn sie mich wieder als ihren „besten Freund“ bezeichnete, hoffe ich doch, dass das nicht so ist. Ich glaube schon, dass die ein paar Freunde unter den anderen Kindern hat, immerhin rast sie mit anderen Kindern und ihrem Roller häufig durch die Siedlung.

Bei den Ereignissen der letzten Wochen hätte ich natürlich auch überlegen können, nicht auf das „Hallo“ von Marion zu reagieren, aber ich halte das für falsch. Das Kind hat mir nichts getan, und das  Mädchen kann auch nichts dafür, dass einige Irre in der Siedlung zurzeit verrückt spielen. Aus diesem Grund lasse ich es zu, dass mich das Kind auch weiterhin anspricht, und wenn sie will, dann darf sie auch gerne mal die Hupe von meinem Rollstuhl bestätigen.

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